Kirche Lonnewitz

Die Kirche zu Lonnewitz

Die Kirche zu Lonnewitz ist ein schlichter, romanischer Bau, vermutlich entstanden im beginnenden 13. Jahrhundert, mit in der Viertelkugel eingewölbter Koncha (Einbuchtung, halbrunde Nische) Apsis, flach gedecktem und verputztem Altarraum und Langhaus. Noch heute sind deutlich Zeichen dieses Baustils an dem Rundbau des östlich gelegenen Teils der Kirche zu sehen. Von den romanischen Fenstern erhielt sich nur eines in der Achse der Apsis hinter dem Altar. Über dem Altarraum befindet sich ein schlichter Dachreiter, auf dessen Windfahne die Bezeichnung: 1653 zu lesen ist. Die Westvorhalle dürfte dieser Zeit angehören. Es gibt Spuren einer romanischen vermauerten Türe in der Südmauer des Langhauses. über der Sakristeitür liest man folgende Inschrift: 17.MICHS.42, wohl mit Bezug auf Magister Christof Scheibner , den damaligen Pfarrer.

Die beiden mittelalterlichen Glocken sind jeweils beide nur mit drei Ringen am oberen Rand und ohne Inschrift und Zeichen ausgestattet. Für die Bestimmung der Entstehungszeit geben die Formen und Ausstattung jedoch zu wenig Anhalt.

 

Restauriert wurde die Kirche in den Jahren 1888, 1894 sowie zuletzt 1990/91

 

                                                                                                                      Quelle: "Gurlitt"

 

Kirche Lonnewitz Altar

Altar in der Kirche Lonnewitz

 

Der Flügelaltar wird dem Meister des Großweitzschener Altares, einer Großenhainer Schnitzwerkstatt zugeschrieben. Entstanden ist er wohl um 1510-1515. Die Tafelbilder sind eines der wenigen in seiner Gesamtheit erhaltenen Werke von Pancratius Grueber

In der Predella ist die Anbetung der Heiligen Drei Könige gemalt. Ist der Flügelaltar geschlossen, so erblickt der Betrachter St. Donatus als Bischof, einen Verkündigungsengel mit Schriftrolle, die knieende Maria unter dem Thronhimmel wie den heiligen Florian in einer silbernen Rüstung.

Die Malereien sind derb, aber von kräftigen Farben und ausdrucksvoller Zeichnung. Im Hauptschrein stehen drei geschnitzte Figuren: Maria mit dem Kind, zu ihrer rechten Jacobus und zur linken Johannes der Täufer. In den Seitenschreinen sind jeweils vier kleinere Schnitzfiguren zu erkennen: links die heilige Barbara und Klara, die heilige Anne und eine Heilige ohne Emblem, rechts der heilige Lorenz und Antonius sowie der heilige Martin und Norbert.

 

Der Flügelaltar konnte im Jahr 2010 Dank Spenden und Fördermitteln aufwendig restauriert werden und wurde in einem musikalischen Abendgottesdienst 2011 feierlich eingeweiht.

 

              

                                                                                              Quelle: "Gurlitt", Pf. Zehme i.R.

Fotos: Claudia Jentzsch © 2017